Dis­kri­mi­nie­rung im öffent­li­chen Leben

Regierungsviertel Berlin

In ihrem Arti­kel 7 spricht die UN-Frau­en­rechts­kon­ven­ti­on die Dis­kri­mi­nie­rung der Frau im poli­ti­schen und öffent­li­chen Leben an. Als Maß­nah­men zur Besei­ti­gung der Benach­tei­li­gung von Frau­en im öffent­li­chen Leben wer­den ins­be­son­de­re genannt:

  • das akti­ve und pas­si­ve Wahlrecht,
  • Zugang zu öffent­li­chen Ämtern,
  • Zugang zur Wahr­neh­mung aller öffent­li­chen Auf­ga­ben auf allen Ebe­nen staat­li­cher Tätig­keit sowie
  • Betä­ti­gungs­mög­lich­kei­ten in nicht­staat­li­chen Orga­ni­sa­tio­nen und Vereinigungen.

Den Ver­pflich­tun­gen aus Arti­kel 7 Buch­sta­be a und b ent­spre­chen­de Ver­pflich­tun­gen ent­hal­ten bereits das Über­ein­kom­men vom 31. März 1953 über die poli­ti­schen Rech­te der Frau1 sowie Arti­kel 25 in Ver­bin­dung mit Arti­kel 3 des UN-Zivil­pak­tes. Die Staa­ten­ver­pflich­tung des Arti­kels 7 Buch­sta­be b zwei­ter Halb­satz der UN-Frau­en­rechts­kon­ven­ti­on – betref­fend den Zugang von Frau­en zu “öffent­li­chen Ämtern” und zur “Wahr­neh­mung öffent­li­cher Auf­ga­ben” – deckt sich mit dem wesent­li­chen mate­ri­el­len Inhalt und auch weit­ge­hend im Wort­laut mit Arti­kel III des Über­ein­kom­mens vom 31. März 1953 über die poli­ti­schen Rech­te der Frau.

Die Ver­pflich­tun­gen aus Arti­kel 7 sind in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land durch Art. 3 Abs. 2 und 3, Art. 9 sowie Art. 33 GG in Ver­bin­dung mit dem Par­tei­en­gesetz, dem Bun­des­wahl­ge­setz bzw. den Wahl­ge­set­zen der Län­der, den Beam­ten­ge­set­zen des Bun­des und der Län­der, dem Rich­ter­ge­setz und ähn­li­chen Geset­zen recht­lich gewährleistet.

Soweit Arti­kel 7 Buch­sta­be b der UN-Frau­en­rechts­kon­ven­ti­on Raum für die Aus­le­gung lässt, dass damit auch “öffent­li­che Ämter” und die “Wahr­neh­mung öffent­li­cher Auf­ga­ben” im Bereich der Bun­des­wehr erfaßt sind, hat die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land im Hin­blick auf Art. 12 a Abs. 4 Satz 2 GG bei der Rati­fi­zie­rung der UN-Frau­en­rechts­kon­ven­ti­on einen Vor­be­halt hin­sicht­lich des Waf­fen­diens­tes für Frau­en angebracht.

Arti­kel 7

Die Ver­trags­staa­ten tref­fen alle geeig­ne­ten Maß­nah­men zur Besei­ti­gung der Dis­kri­mi­nie­rung der Frau im poli­ti­schen und öffent­li­chen Leben ihres Lan­des und gewähr­leis­ten ins­be­son­de­re allen Frau­en in glei­cher Wei­se wie den Männern

  1. das Stimm­recht bei allen Wah­len und Volks­ab­stim­mun­gen sowie das pas­si­ve Wahl­recht für alle öffent­lich gewähl­ten Gremien;
  2. das Recht auf Mit­wir­kung an der Aus­ar­bei­tung der Regie­rungs­po­li­tik und deren Durch­füh­rung sowie auf Beklei­dung öffent­li­cher Ämter und auf Wahr­neh­mung aller öffent­li­chen Auf­ga­ben auf allen Ebe­nen staat­li­cher Tätigkeit;
  3. das Recht auf Mit­ar­beit in nicht­staat­li­chen Orga­ni­sa­tio­nen und Ver­ei­ni­gun­gen, die sich mit dem öffent­li­chen und poli­ti­schen Leben ihres Lan­des befassen.
  1. BGBl. 1969 II S. 1929; 1970 II S. 46[]

Bild­quel­len:

  • Regie­rungs­vier­tel Ber­lin: Bild­rech­te beim Autor

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