Frau­en und der Dienst an der Waffe

Soldatin Panzergrenadierbataillon


 
Die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land hat die Rati­fi­zie­rung des Über­ein­kom­mens zur Besei­ti­gung jeder Form von Dis­kri­mi­nie­rung der Frau auch mit einem Vor­be­halt (Reser­va­ti­on) vollzogen:

Arti­kel 7 b CEDAW wird nicht in dem Umfang ange­wen­det wer­den, soweit sie den zwei­ten Satz des Arti­kel 12 a (4) GG der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land wider­spricht. Gemäß die­ser Bestim­mung der Ver­fas­sung kön­nen Frau­en auf kei­nen Fall Dienst mit der Waf­fe leisten.”

Art. 12 a GG in der Fas­sung von 1976 befasst sich mit der Wehr­pflicht und ande­ren Dienst­ver­pflich­tun­gen. In Abs. 4 ist dort aus­drück­lich festgehalten:

Kann im Ver­tei­di­gungs­fal­le der Bedarf an zivi­len Dienst­leis­tun­gen im zivi­len Sani­täts- und Heil­we­sen sowie in der orts­fes­ten mili­tä­ri­schen Laza­rett­or­ga­ni­sa­ti­on nicht auf frei­wil­li­ger Grund­la­ge gedeckt wer­den, so kön­nen Frau­en vom voll­ende­ten acht­zehn­ten bis zum voll­ende­ten fünf­und­fünf­zigs­ten Lebens­jahr durch Gesetz oder auf Grund eines Geset­zes zu der­ar­ti­gen Dienst­leis­tun­gen her­an­ge­zo­gen wer­den. Sie dür­fen auf kei­nen Fall Dienst mit der Waf­fe leisten.”

Vor eini­gen Jah­ren ist die­ser Arti­kel des Grund­ge­set­zes abge­än­dert wor­den. Grund für die­se Ände­rung war eine Ent­schei­dung des Euro­päi­schen Gerichts­hofs (EuGH, Urteil vom 11.01.2000 – C‑285/​98), mit der fest­ge­stellt wor­den ist, dass der Arti­kel 12 a GG Abs. 4 GG, nach der Frau­en der Dienst an der Waf­fe grund­sätz­lich ver­bo­ten ist, gegen das Euro­pa­recht ver­sto­ßen hat. Danach lag ein Ver­stoß gegen die EU-Richt­li­nie zur Gleich­stel­lung von Mann und Frau im Beruf vor.

Durch das Gesetz zur Ände­rung des Grund­ge­set­zes vom 19. Dezem­ber 2000 (BGBl I 00, 1755) ist der Dienst an der Waf­fe für Frau­en nicht mehr kate­go­risch aus­ge­schlos­sen. Der zwei­te Satz des Art 12 a Abs 4 GG lau­tet nun:

…Sie (Frau­en) dür­fen auf kei­nen Fall zum Dienst mit der Waf­fe ver­pflich­tet werden.”

Auf­grund die­ser Ände­rung des Grund­ge­set­zes hat die Regie­rung der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land dem Gene­ral­se­kre­tär der Ver­ein­ten Natio­nen am 10. Dezem­ber 2001 mit­ge­teilt, dass der bei der Rati­fi­zie­rung gemach­te Vor­be­halt zu Arti­kel 7 b CEDAW zurück­ge­nom­men wird.

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