Pro­sti­tu­ti­on und Frauenhandel

Arti­kel 6 der UN-Frau­en­rechts­kon­ven­ti­on ver­pflich­tet die Ver­trags­staa­ten, den Frau­en­han­del und die Aus­beu­tung der Pro­sti­tu­ti­on von Frau­en zu unterbinden.

Die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land hat in die­sem Bereich ins­ge­samt vier inter­na­tio­na­le Über­ein­kom­men rati­fi­ziert. Es sind dies:

  1. Das Zusatz­über­ein­kom­men vom 7. Sep­tem­ber 1956 über die Abschaf­fung der Skla­ven­hal­te­rei, des Skla­ven­han­dels und skla­ver­ei­ähn­li­cher Ein­rich­tun­gen und Prak­ti­ken1,
  2. das Inter­na­tio­na­le Über­ein­kom­men vom 18. Mai 1904 zur Gewäh­rung wirk­sa­men Schut­zes gegen den Mäd­chen­han­del in der Fas­sung des Ände­rungs­pro­to­kolls vom 4. Mai 19492,
  3. das Inter­na­tio­na­le Über­ein­kom­men vom 4. Mai 1910 zur Bekämp­fung des Mäd­chen­han­dels in der Fas­sung des Ände­rungs­pro­to­kolls vom 4. Mai 19493 und
  4. die Über­ein­kunft vom 30. Sep­tem­ber 1921 zur Unter­drü­ckung des Frau­en- und Kin­der­han­dels in der Fas­sung des Ände­rungs­pro­to­kolls vom 12. Novem­ber 19474.

Ein fünf­tes – wei­ter­ge­hen­des – inter­na­tio­na­les Über­ein­kom­men, näm­lich das Über­ein­kom­men vom 2. Dezem­ber 1949 zur Besei­ti­gung des Men­schen­han­dels und der Aus­beu­tung von Pro­sti­tu­ti­on ande­rer5, wur­de von der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land “aus rechts- und kri­mi­nal­po­li­ti­schen Grün­den” nicht rati­fi­ziert, weil es u. a. dazu ver­pflich­tet hät­te, jede Ver­mie­tung oder Anmie­tung von Räu­men zum Zwe­cke der Pro­sti­tu­ti­on bzw. das Unter­hal­ten oder Finan­zie­ren eines bor­dell­arti­gen Betriebs unter Stra­fe zu stel­len, und zwar auch dann, wenn die Pro­sti­tu­ier­ten nicht in wirt­schaft­li­cher oder per­sön­li­cher Abhän­gig­keit gehal­ten werden.

Frau­en­han­del und die Aus­beu­tung der Pro­sti­tu­ti­on von Frau­en wer­den in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land nahe­zu aus­schließ­lich durch die Straf­vor­schrif­ten des § 180 a StGB (Aus­beu­tung von Pro­sti­tu­ier­ten) und § 237 StGB (Zwangs­hei­rat) bekämpft. Wei­ter­ge­hen­de gesetz­li­chen Rege­lun­gen ver­san­den regel­mä­ßig im Gesetzgebungsverfahren.

Arti­kel 6

Die Ver­trags­staa­ten tref­fen alle geeig­ne­ten Maß­nah­men ein­schließ­lich gesetz­ge­be­ri­scher Maß­nah­men zur Abschaf­fung jeder Form des Frau­en­han­dels und der Aus­beu­tung der Pro­sti­tu­ti­on von Frauen.

  1. BGBl. 1958 II S. 203[]
  2. BGBl. 1 972 II S. 1478[]
  3. BGBl. 1972 II S.1482[]
  4. BGBl. 1972 II S. 1489[]
  5. GV-Res. 8 [XXXIII][]

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