Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau

Maßnahmen zum Bewußtseinswandel und die traditionelle Rollenverteilung

CEDAW-QuiltIn Artikel 5 spricht die UN-Frauen­recht­skon­ven­tion die Über­win­dung von sozialen und kul­turellen Ver­hal­tens­mustern und Vorurteilen sowie die starre Rol­len­verteilung zwis­chen Mann und Frau und dabei ins­beson­dere die Bedeu­tung dieses Ziels bei der Erziehung in der Fam­i­lie an. Für die schulis­che Erziehung wer­den die erforder­lichen Maß­nah­men in Artikel 10 Buch­stabe c ins­beson­dere hin­sichtlich der Lehrmit­tel konkretisiert.

Für den Bere­ich der Fam­i­lie hat die Bun­desre­pub­lik Deutsch­land mit der Neu­fas­sung des § 1356 BGB durch das Erste Gesetz zur Reform des Ehe- und Fam­i­lien­rechts vom 14. Juni 1976 diesen Zie­len Rech­nung getra­gen. Mit dieser Vorschrift ist ent­ge­gen früheren star­ren Regelun­gen nicht mehr ein geset­zlich­es Leit­bild für die Auf­gaben­teilung zwis­chen Mann und Frau in der Ehe fest­gelegt. Es bleibt vielmehr der Entschei­dung der Ehe­gat­ten über­lassen, wie sie Auf­gaben in ihrer Lebens­ge­mein­schaft verteilen. Der Vor­rang des Kindeswohles ist durch die Vorschriften des bürg­er­lichen Recht­es über die elter­liche Sorge sichergestellt. So bes­timmt § 1627 BGB nach der Neu­fas­sung durch das Gesetz über die Gle­ich­berech­ti­gung von Mann und Frau auf dem Gebi­et des bürg­er­lichen Rechts vom 18. Juni 1957 und der Änderung durch das Gesetz zur Neuregelung des Rechts der elter­lichen Sorge vom 18. Juli 19791, daß die Eltern die elter­liche Sorge in eigen­er Ver­ant­wor­tung und in gegen­seit­igem Ein­vernehmen zum Wohle des Kindes auszuüben haben.

Die Umset­zung in der täglichen gerichtlichen Prax­is ste­ht freilich häu­fig noch auf einem anderen Blatt.

Artikel 5

Die Ver­tragsstaat­en tre­f­fen alle geeigneten Maß­nah­men,

  1. um einen Wan­del in den sozialen und kul­turellen Ver­hal­tens­mustern von Mann und Frau zu bewirken, um so zur Besei­t­i­gung von Vorurteilen sowie von herkömm­lichen und allen son­sti­gen auf der Vorstel­lung von der Unter­legen­heit oder Über­legen­heit des einen oder anderen Geschlechts oder der stereo­typen Rol­len­verteilung von Mann und Frau beruhen­den Prak­tiken zu gelan­gen;
  2. um sicherzustellen, dass die Erziehung in der Fam­i­lie zu einem richti­gen Ver­ständ­nis der Mut­ter­schaft als ein­er sozialen Auf­gabe und zur Anerken­nung der gemein­samen Ver­ant­wor­tung von Mann und Frau für die Erziehung und Entwick­lung ihrer Kinder beiträgt, wobei davon aus­ge­gan­gen wird, dass das Inter­esse der Kinder in allen Fällen vor­rangig zu berück­sichti­gen ist.
  1. BGBl. I S.1061 []