Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau

Landfrauen

HungersnotIrelandIn Artikel 14 ver­langt die UN-Frauen­recht­skon­ven­tion die Berück­sich­ti­gung der beson­deren Prob­leme der Frau auf dem Lande. Die Bes­tim­mung bet­rifft nach all­ge­meinen Ver­ständ­nis vor allem die Prob­leme der Frauen in der Drit­ten Welt.

 

Artikel 14 [Die Frau auf dem Lande]

  1. Die Ver­tragsstaat­en berück­sichti­gen die beson­deren Prob­leme der Frauen auf dem Lande und die wichtige Rolle dieser Frauen für das wirtschaftliche Über­leben ihrer Fam­i­lien, ein­schließlich ihrer Arbeit in nicht­mon­etären Wirtschafts­bere­ichen, und tre­f­fen alle geeigneten Maß­nah­men, um dafür zu sor­gen, dass die Bes­tim­mungen dieses Übereinkom­mens auch auf Frauen in ländlichen Gebi­eten Anwen­dung find­en.
  2. Die Ver­tragsstaat­en tre­f­fen alle geeigneten Maß­nah­men zur Besei­t­i­gung der Diskri­m­inierung der Frau in ländlichen Gebi­eten, um dafür zu sor­gen, dass sie gle­ich­berechtigt mit dem Mann an der ländlichen Entwick­lung und an den sich daraus ergeben­den Vorteilen teil­haben kann, und gewährleis­ten ihr ins­beson­dere das Recht auf
    1. Mitwirkung – auf allen Ebe­nen – an der Auf­stel­lung und Durch­führung von Entwick­lungsplä­nen;
    2. Zugang zu angemesse­nen Gesund­heits­di­en­sten, ein­schließlich Aufk­lärungs- und Beratungs­di­en­sten und son­sti­gen Ein­rich­tun­gen auf dem Gebi­et der Fam­i­lien­pla­nung;
    3. unmit­tel­bare Leis­tun­gen aus Pro­gram­men der sozialen Sicher­heit;
    4. schulis­che und außer­schulis­che Aus­bil­dung und Bil­dung jed­er Art, ein­schließlich funk­tioneller Alpha­betisierung, sowie die Nutzung aller Gemein­schafts- und Volks­bil­dung­sein­rich­tun­gen, ins­beson­dere zur Erweiterung ihres Fach­wis­sens;
    5. Organ­isierung von Selb­sthil­fe­grup­pen und Genossen­schaften zur Erlan­gung wirtschaftlich­er Chan­cen­gle­ich­heit durch selb­st­ständi­ge oder unselb­st­ständi­ge Arbeit;
    6. Teil­nahme an allen Gemein­schafts­betä­ti­gun­gen;
    7. Zugang zu land­wirtschaftlichen Kred­iten und Dar­lehen, Ver­mark­tung­sein­rich­tun­gen und geeigneten Tech­nolo­gien sowie Gle­ich­be­hand­lung im Rah­men von Boden- und Agrar­refor­men und ländlichen Umsied­lungsak­tio­nen;
    8. angemessene Lebens­be­din­gun­gen, ins­beson­dere im Hin­blick auf Woh­nung, san­itäre Ein­rich­tun­gen, Elek­triz­itäts- und Wasserver­sorgung sowie Verkehrs- und Nachricht­en­verbindun­gen.