Frau­en­rechts­kon­ven­ti­on und Staatenverpflichtung

Regierungsviertel Berlin

Das Über­ein­kom­men vom 18. Dezem­ber 1979 zur Besei­ti­gung jeder Form von Dis­kri­mi­nie­rung der Frau ver­pflich­tet die Ver­trags­staa­ten völ­ker­recht­lich, alle geeig­ne­ten Maß­nah­men zur Errei­chung der Gleich­be­rech­ti­gung zwi­schen Män­nern und Frau­en zu ergrei­fen. Das Über­ein­kom­men tritt damit neben die recht­li­chen Ver­pflich­tun­gen aus den bereits erwähn­ten Kon­ven­tio­nen sowie die poli­ti­schen Ver­pflich­tun­gen, die sich aus den Beschlüs­sen der Gene­ral­ver­samm­lung, des Wirt­schafts- und Sozi­al­ra­tes, der Frau­en­rechts­ko­mi­si­on und der bei­den Welt­frau­en­kon­fe­ren­zen Mexi­ko-Stadt (1975) und Kopen­ha­gen (1980) der Ver­ein­ten Natio­nen ablei­ten las­sen. Das Über­ein­kom­men bezieht sich auf alle Lebens­be­rei­che und ist dadurch eng ver­knüpft mit den frau­en­po­li­ti­schen Ergeb­nis­sen der bei­den genann­ten Welt­frau­en­kon­fe­ren­zen der Ver­ein­ten Nationen.

Die Bestim­mun­gen des Über­ein­kom­mens rich­ten sich jeweils nur an die Ver­trags­staa­ten und begrün­den ledig­lich Staa­ten­ver­pflich­tun­gen. Unmit­tel­ba­re Rech­te und Pflich­ten ein­zel­ner Per­so­nen sind aus dem Über­ein­kom­men selbst nicht abzu­lei­ten, son­dern könn­ten sich erst infol­ge einer inner­staat­li­chen Umset­zung der Staa­ten­ver­pflich­tun­gen ergeben.

Da die Bestim­mun­gen des Über­ein­kom­mens kei­ne Prio­ri­tä­ten für die ver­schie­de­nen mög­li­chen Maß­nah­men fest­le­gen, bleibt es dem Ermes­sen der zustän­di­gen staat­li­chen Orga­ne über­las­sen, die jeweils geeig­ne­ten Maß­nah­men zur Aus­füh­rung des Über­ein­kom­mens zu ergreifen.

Die­se Ver­pflich­tung der Mit­glieds­staa­ten fin­det sich auch in der Agen­da 2030 für nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung der Ver­ein­ten Natio­nen wie­der. Als umfas­sen­des Ziel zieht sich die Gleich­stel­lung der Geschlech­ter wie ein roter Faden durch die gesam­te Agenda2030. Außer­dem ist sie expli­zit noch ein­mal als Nach­hal­tig­keits­ziel auf­ge­führt wor­den (Nach­hal­tig­keits­ziel 5). Die inter­na­tio­na­le Staa­ten­ge­mein­schaft ver­pflich­tet sich, die Geschlech­ter­gleich­heit wei­ter voranzubringen.

Bild­quel­len:

  • Regie­rungs­vier­tel Ber­lin: Bild­rech­te beim Autor

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