Dis­kri­mi­nie­rung im Bildungsbereich

Absolventinnen

In ihrem Arti­kel 10 ver­pflich­tet die UN-Frau­en­rechts­kon­ven­ti­on die Ver­trags­staa­ten, im Bil­dungs­be­reich die Gleich­be­rech­ti­gung der Geschlech­ter durchzusetzen.

Mit dem Über­ein­kom­men gegen die Dis­kri­mi­nie­rung im Unte­richts­we­sen vom 15. Dezem­ber 1960, dem der Deut­sche Bun­des­tag durch Gesetz vom 9. Mai 19681 zuge­stimmt hat, erge­ben sich dabei Berüh­rungs­punk­te. Der Begriff der Dis­kri­mi­nie­rung umfasst nach ‚der Defi­ni­ti­on in Arti­kel 1 die­ses Über­ein­kom­mens unter ande­rem „jeg­li­che auf … dem Geschlecht beru­hen­de Unter­schei­dung, Aus­schlie­ßung, Beschrän­kung oder Bevor­zu­gung, die den Zweck oder die Wir­kung hat, die Gleich­be­hand­lung auf dem Gebiet des Unter­richts­we­sens auf­zu­he­ben oder zu beein­träch­ti­gen …”. Die Ver­trags­staa­ten haben sich dabei ins­be­son­de­re ver­pflich­tet, für Schü­le­rin­nen und Schü­ler Chan­cen­gleich­heit, Gleich­be­hand­lung sowie glei­che Zugangs­mög­lich­kei­ten zu allen Schu­len und Hoch­schu­len sicherzustellen.

Im Hin­blick auf die in Arti­kel 10 der UN-Frau­en­rechts­kon­ven­ti­on genann­ten Ver­pflich­tun­gen gibt es zwi­schen Män­nern und Frau­en in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land – zumin­dest nach den Buch­sta­ben des Geset­zes – kei­ne Unter­schie­de. Die mit Arti­kel 10 Buch­sta­be c gefor­der­te Besei­ti­gung von ste­reo­ty­pen Rol­len­auf­fas­sun­gen in Lehr­bü­chern, Lehr­plä­nen und Lehr­me­tho­den ist eine stän­di­ge Auf­ga­be; ent­spre­chen­de Ver­än­de­rungs­pro­zes­se sind im Gange.

Arti­kel 10

Die Ver­trags­staa­ten tref­fen alle geeig­ne­ten Maß­nah­men zur Besei­ti­gung der Dis­kri­mi­nie­rung der Frau, um ihr im Bil­dungs­be­reich die glei­chen Rech­te wie dem Mann zu gewähr­leis­ten und auf der Grund­la­ge der Gleich­be­rech­ti­gung von Mann und Frau ins­be­son­de­re Fol­gen­des sicherzustellen:

  1. glei­che Bedin­gun­gen bei der Berufs­be­ra­tung, bei der Zulas­sung zum Unter­richt und beim Erwerb von Zeug­nis­sen an Bil­dungs­ein­rich­tun­gen jeder Art sowohl in länd­li­chen als auch in städ­ti­schen Gebie­ten; die­se Gleich­be­rech­ti­gung gilt im Hin­blick auf Vor­schu­len, all­ge­mein­bil­den­de Schu­len, Fach­schu­len, all­ge­mei­ne und tech­ni­sche Bil­dungs­ein­rich­tun­gen im ter­tiä­ren Bereich sowie für jede Art der Berufsausbildung;
  2. Zulas­sung zu den­sel­ben Bil­dungs­pro­gram­men und Prü­fun­gen sowie Lehr­kräf­ten mit gleich­wer­ti­gen Qua­li­fi­ka­tio­nen und zu Schul­an­la­gen und Schul­aus­stat­tun­gen der­sel­ben Qualität;
  3. Besei­ti­gung jeder ste­reo­ty­pen Auf­fas­sung in Bezug auf die Rol­le von Mann und Frau auf allen Bil­dungs­ebe­nen und in allen Unter­richts­for­men durch För­de­rung der Koedu­ka­ti­on und sons­ti­ger Erzie­hungs­for­men, die zur Errei­chung die­ses Zie­les bei­tra­gen, ins­be­son­de­re auch durch Über­ar­bei­tung von Lehr­bü­chern und Lehr­plä­nen und durch Anpas­sung der Lehrmethoden;
  4. Chan­cen­gleich­heit bei der Erlan­gung von Sti­pen­di­en und sons­ti­gen Ausbildungsbeihilfen;
  5. glei­che Mög­lich­kei­ten des Zugangs zu Wei­ter­bil­dungs­pro­gram­men, dar­un­ter Pro­gram­me für erwach­se­ne Analpha­be­ten und zur funk­tio­nel­len Alpha­be­ti­sie­rung, ins­be­son­de­re zur mög­lichst bal­di­gen Ver­rin­ge­rung jeden Bil­dungs­ge­fäl­les zwi­schen Mann und Frau;
  6. Ver­rin­ge­rung des Pro­zent­sat­zes von Frau­en, die ihre Aus­bil­dung abbre­chen, sowie Ver­an­stal­tung von Pro­gram­men für Mäd­chen und Frau­en, die vor­zei­tig von der Schu­le abge­gan­gen sind;
  7. glei­che Mög­lich­kei­ten zur akti­ven Teil­nah­me an Sport und Leibesübungen;
  8. Zugang zu spe­zi­fi­schen Bil­dungs­in­for­ma­tio­nen, die zur Gesund­erhal­tung und zum Wohl­erge­hen der Fami­lie bei­tra­gen, ein­schließ­lich Auf­klä­rung und Bera­tung in Bezug auf die Familienplanung.
  1. BGBl. II S. 385[]

Bild­quel­len:

Sie sind derzeit offline!

Zum Inhalt springen